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Autobatterie messen und prüfen

Lebensdauer einer Autobatterie

Die Autobatterie ist eines der wichtigsten Elemente eines Kraftfahrzeuges. Ohne eine gut funktionierende Autobatterie ist kein Starten des kalten Motors ohne fremde Hilfe möglich.
 
Als grobe Richtlinie für die Lebensdauer einer Autobatterie kann laut ADAC eine Zeitspanne von etwa vier bis fünf Jahren angesehen werden. Jedoch kann die Lebensdauer einer Autobatterie auch von der Art und Weise, wie mit ihr umgegangen wird, positiv oder negativ beeinflusst werden.

 

Wartung der Autobatterie

Neuere Autobatterien werden häufig als wartungsfrei bezeichnet. Dies kann zu der falschen Annahme verleiten, dass eine solche Batterie keinerlei Wartung mehr nötig hat. Tatsächlich kann man mit einigen einfachen Maßnahmen wesentlich zur Verlängerung der Lebensdauer der Autobatterie beitragen.
 
So sollten die Batteriepole immer sauber gehalten und mit einem Polfett komplett eingeschmiert werden. Auf diese Weise vermeidet man, dass der Akku, besonders bei längeren Stillstandszeiten, durch Kriechströme langsam entladen wird.
 
Wenn das Fahrzeug nur für Kurzstreckenfahrten benutzt wird, sollte die Autobatterie von Zeit zu Zeit in der Garage mit einem Batterieladegerät über Nacht aufgeladen werden.

 

Spannung der Autobatterie messen

Wenn du die Batterie Spannung messen möchtest, sind einige wichtige Punkte dabei zu beachten. Die Spannungsmessung alleine macht noch keine zuverlässige Aussage über die Leistungsfähigkeit des Akkus. Gebraucht wird für die Spannungsmessung ein Multimeter.
 
Wer die Batterie Spannung messen will, sollte dies nicht unmittelbar nach einer längeren Autofahrt oder auch direkt nach einem manuellen Ladevorgang mit einem Batterieladegerät tun. In beiden Fällen wird die gemessene Spannung zu hoch sein, da sowohl der Generator des Fahrzeugs als auch das Batterieladegerät eine höhere Ladespannung hat, als die Nennspannung des Akkus (in der Regel 12 Volt).
 
Die Spannung der Batterie sollte erst nach einer Standzeit von 4 – 8 Stunden oder noch besser erst nach 24 Stunden Fahrzeugstillstand gemessen werden. Erst nach dieser Zeit hat der Akku seine tatsächliche Ruhespannung erreicht.
 
Ebenso wird eine Spannungsmessung dadurch verfälscht, wenn sie kurz nach einer Stromentnahme durch eingeschaltete Verbraucher erfolgt. Die Messung würde dann einen zu niedrigen Wert für die Spannung anzeigen.

Ladezustand
Ruhespannung
100 % > 12,85 V
90 % 12,80 V
70 % 12,55 V
60 % 12,50 V
50 % 12,40 V
20 % 12,00 V
0 % < 12,00 V

 

Kapazität der Autobatterie messen

Wenn du die Batterie Kapazität messen willst, gibt es zunächst eine sehr einfache Methode, die zumindest eine grobe Einschätzung des Batteriezustandes vermittelt. Wenn das Fahrzeug bei Dunkelheit vor der Garage oder vor einer Wand geparkt wird, kann man die Scheinwerfer einschalten und deren Helligkeit eine Zeit lang beobachten.
 
Wenn bei stillstehendem Motor die Helligkeit nach kurzer Zeit erkennbar nachlässt, ist dies ein sicheres Zeichen für eine zu geringe Kapazität des Akkus. Außerdem erkennt der erfahrene Autofahrer einen zu schlechten Batteriezustand an der Intensität des Anlassers während des Startvorgangs. Wenn der Anlasser den Motor nur noch mit Mühe starten kann, deutet dies auf eine zu geringe Kapazität des Akkus hin.
 

Kontrollierte Entladung

Eine bessere Methode, um die Batterie Kapazität messen zu können, ist eine kontrollierte Entladung. Hierzu werden bei stehendem Motor mehrere Verbraucher über eine bestimmte Zeit eingeschaltet.
 
Wichtig dabei ist, dass die Stromstärke durch die eingeschalteten Verbraucher in etwa dem Kapazitäts-Wert (C-Wert) entsprechen muss. Der C-Wert ist auf der Autobatterie aufgedruckt und gibt dir die Zeit in Stunden an (C1 = 1 Stunde, C10 = 10 Stunden, C20 = 20 Stunden).
 
Bei einer Batteriekapazität von 120 Ah (Amperestunden) und C20-Wert wäre dies eine Stromstärke von 6 A (Ampere) (120 Ah / C20 = 6 A).
 
Achte beim Kauf auf diese Kennzahl, denn bei einem Akku mit 80 Ah (C100) können nur 0,8 A pro Stunde entnommen werden. Aber bei einem Akku mit 80 Ah (C20) sind es schon 4 A pro Stunde. Somit hat die Batterie eine höhere Kapazität.


 
Eine intakte, voll aufgeladene Batterie mit einer Kapazität von 120 Ah könnte theoretisch eine Stromstärke von 6 A über eine Zeitspanne von 20 Stunden abgeben. Danach wäre sie vollständig entladen und hätte eine Ruhespannung unterhalb 12 Volt. Um eine Bleibatterie, die maximal nur bis zur Hälfte entladen werden soll, nicht zu schädigen, halbieren wir die Zeit auf 10 Stunden.
 
Ab dem Einschaltzeitpunkt der Verbraucher für den C-Wert muss die Zeit gestoppt werden. Mit einem Multimeter oder einem angeschlossenen Batteriecomputer wird in regelmäßigen Zeitabständen die Batteriespannung gemessen.
 
Wenn diese Spannung auf 12 Volt abgefallen ist, muss in kürzeren Zeitabständen gemessen werden, damit die Batterie nicht zu tief entladen wird. Spätestens bei einer gemessenen Batteriespannung von 11,5 Volt wird der Entladeversuch abgebrochen, um die Batterie nicht zu beschädigen.
 
Die angezeigten Amperestunden am Batteriecomputer werden mit 2 multipliziert, um die tatsächlich vorhandene Kapazität der Batterie festzustellen. Wenn beispielsweise nach 5 Stunden Entladung die Batteriespannung unter 12 Volt absinken würde, hätte die Batterie noch eine Kapazität von 60 Ah.
 
Eine Batterie mit 120 Ah wäre dann noch intakt, wenn die gestoppte Zeit bis zum Erreichen der Unterspannung über 8 Stunden betragen würde. Die vorhandene Kapazität der Batterie würde dann noch 96 Ah betragen (bei 8 Stunden).

 

Starthilfe geben

Durch Unachtsamkeit, wenn beispielsweise ein Verbraucher nicht ausgeschaltet wurde, kann es vorkommen, dass der Motor nicht mehr mit der zu tief entladenen Batterie gestartet werden kann. In einem solchen Fall kann man sich von einem Fremdfahrzeug Starthilfe geben lassen.
 
Dazu sind KFZ Starterkabel erforderlich. Der Motor des Fremdfahrzeuges sollte beim Startvorgang laufen, am besten mit höherer Drehzahl. Beim Einsatz von Starthilfekabeln sollte folgende Regel beachtet werden:
 

  • 1. Rotes Starthilfekabel mit dem Pluspol der entladenen Batterie verbinden.
  • 2. Zweite Klemme des roten Starthilfekabels mit dem Pluspol der Batterie des Spenderfahrzeugs verbinden.
  • 3. Schwarzes Starthilfekabel mit dem Minuspol der Batterie des Spenderfahrzeugs verbinden.
  • 4. Zweite Klemme des schwarzen Kabels an Motor- oder Karosseriemasse des Fahrzeugs mit der entladenen Batterie (nicht an deren Minuspol) klemmen.
  • 5. Nach erfolgreicher Starthilfe werden die Kabel in umgekehrter Reihenfolge demontiert.

 
Die darauffolgende Fahrt sollte entweder etwas länger dauern, damit der Generator die Batterie wieder aufladen kann. Ist dies nicht möglich, sollte die entladene Batterie in der Garage mit einem Batterieladegerät aufgeladen werden.

 

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Autobatterie mit einem Ladegerät aufladen

Eine vorbeugende Methode gegen entladene Akkus ist die Verwendung eines eigenen Akkuladegerätes. Ein gutes Ladegerät mit Anschluss an die eigene Steckdose ist schon unter 100 Euro im Handel erhältlich.
 
Ein leistungsfähiges KFZ Ladegerät kann die Ladeleistung variieren und passt diese kontinuierlich an den jeweiligen Ladezustand des Akkus an. Ein gutes Akkuladegerät kann auch eine defekte Batterie erkennen. Bei Aufladung einer älteren Batterie kann ein leistungsfähiges Batterieladegerät sogar eine Entsulfatisierung einleiten.
 
Die Leistung einer Autobatterie kann dadurch gesteigert und vor allem deren Lebensdauer verlängert werden. Eine Lebensdauer einer Autobatterie von über 7 Jahren ist durchaus möglich.

 

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Nassbatterie, Gel-Batterie, AGM-Batterie

Ältere Bauarten von Autobatterien sind als Nassbatterien ausgeführt. Ihre Kennzeichen sind je ein Pluspol mit Bleidioxid (PbO2) und je ein Minuspol aus Bleiplatten (Pb). Als Elektrolyt dient verdünnte Schwefelsäure, in welcher die Bleiplatten ganz eingetaucht sind.
 
Beim Laden und Entladen laufen chemische Prozesse ab. Der jeweilige Ladezustand einer solchen Batterie wird mit einem Akkusäureprüfer gemessen.

 

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Ladezustand
Säuredichte bei 25°C (kg/l)
100 % 1,28
90 % 1,26
80 % 1,24
70 % 1,22
60 % 1,20
50 % 1,18
20 % 1,10
0 % 1,05

 

Eine Gel-Batterie verwendet als Elektrolyt zwischen positiver und negativer Elektrode ein Gel. An der positiven Elektrode wird Sauerstoff frei, welcher durch das Gel zum Minuspol gelangt und dort wieder in Wasser umgewandelt wird. Eine Gel-Batterie ist komplett verschlossen und hat verstärkte Wände, um den entstehenden Überdruck durch die Sauerstoffbildung aufnehmen zu können.

 

Bei einer AGM-Batterie (Absorbent Glass Mat) ist der Elektrolyt eingebettet in einem Glasfaservlies mit gesättigter Schwefelsäure, welcher Pluspol und Minuspol verbindet. Diese Art Batterie enthält keine Flüssigkeit mehr, die nach einem Unfall unbeabsichtigt austreten könnte. Ein weiterer Vorteil der AGM-Batterie ist ihr geringer Innenwiderstand. Dadurch wird auch die Selbstentladung bei längeren Stillstandzeiten auf ein Minimum begrenzt.

 

Beide Batteriearten, die Gel-Batterie und die AGM-Batterie, werden unter dem Oberbegriff VRLA-Batterien (valve regulated lead acid battery) im technischen Handel zusammengefasst. Autobatterien werden ständig verbessert und regelmäßigen Leistungstests unterworfen. Sehr gute Testergebnisse erzielen hierbei die Autobatterien von VARTA.

 

Fazit

Wer eine Batterie messen und überprüfen will, sollte sich einige Grundkenntnisse über die verschiedenen Bauarten von Batterien aneignen. Was eine Batterie erst leistungsfähig und für ihren eigentlichen Verwendungszweck funktionsfähig macht, ist die Fähigkeit, in einer sehr kurzen Zeitspanne eine große Stromstärke abliefern zu können.
 
Nur so kann die erforderliche elektrische Leistung für einen Anlasser, die sich ja aus dem Produkt Spannung x Stromstärke zusammensetzt, aufgebracht werden. Wer diese grundlegenden Zusammenhänge beherrscht, kann sich auch selbst die richtigen Rahmenbedingungen zusammenstellen, mit einem Belastungstest (KFZ Batterietester) eine Batterie messen und aus korrekten Messergebnissen die richtigen Schlüsse ziehen.

 

gute KFZ Batterietester für einen Belastungstest

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